Silva, Estonian National Museum, Tartu

Marcus Maeder/Roman Zweifel: Silva, Installation, Estonian National Museum, Tartu, 15.10. – 26.11. 2021

SILVA – EIN KÜNSTLERISCH-WISSENSCHAFTLICHES OBSERVATORIUM

Der Urwald von Järvselja ist das älteste Waldschutzgebiet Estlands. Auf einer Fläche von 19,3 Hektar sind seit fast 100 Jahren jegliche Eingriffe des Menschen in den natürlichen Verlauf des Waldlebens verboten. Einst waren darin bis zu 48 m hohe Fichten zu bewundern (ein Rekord im Baltikum). Noch immer lassen sich heute Bäume finden, die fast so alt sind wie die Universität von Tartu – über 380 Jahre.

Der Klangkünstler Marcus Maeder ermöglicht es uns mit seinem Observatorium „Silva“, eine künstlerisch-wissenschaftliche Expedition in diesen heimischen Urwald zu unternehmen. In einer Einzelausstellung im Estnischen Nationalmuseum präsentieren wir ab dem 15.10.2021 sein zweiteiliges Kunstwerk, das wissenschaftliche Methoden (sensorische Umweltforschung, Bioakustik) und ästhetische Zugänge (Klangkunst) kombiniert. Über Messstationen werden valide Daten zum Zustand des Waldes erhoben, die dann in einer begehbaren Rauminstallation im Museum in einen virtuellen Wald verwandelt werden. Durch räumliche und zeitliche Verdichtung der aufgezeichneten Daten und Geräusche kann so das komplexe Ökosystem auf eine Weise wahrgenommen werden, die im Freien nicht möglich wäre.

Wir können erleben, wie sich die Veränderung von Feuchtigkeit, Wind, Temperatur und Lichteinstrahlung auf die Klanglandschaft des Waldes auswirkt. Und wir erfahren, dass etwa Trockenheit die Bäume knacken lässt und man anhand der Waldgeräusche die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt ablesen kann.

Öffnungszeiten Estnisches Nationalmuseum:
Mittwoch-Sonntag 10–18 Uhr
Montag/Dienstag geschlossen

Partner:

SILVA wird im Rahmen von World Wild Wald des Goethe-Instituts Estland präsentiert.

Eesti Ravha Muuseum

Järvselja Lehr- und Versuchwald

Eesti Maaülikool – Estnische Universität der Umweltwissenschaften

Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung